Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde

Bemerkungen über die Ausbildung beim SSV Rhede

von Heiner Bruns

Zunächst einmal muss festgestellt werden, dass die ehemalige Bezeichnung “Schutzhund” für unsere Hunde nach erfolgter Ausbildung einfach falsch war.
“Sporthund” wäre da besser geeignet gewesen.
Wir bereiten durch die Ausbildung unsere Hunde auf Wettkämpfe und Prüfungen vor, bei denen immer der sportliche Vergleich gesucht wird.
Der eigentliche Schutzdienst mit den entsprechenden Aggressionen, wie ihn z.B. Diensthunde haben müssen, findet ganz deutlich nicht statt. Ganz im Gegenteil, wir benötigen zum Bestehen der Prüfungen umgängliche, selbstsichere und soziale Hunde, was natürlich nicht bedeutet, dass Diensthunde nicht umgänglich und sozial sind.

Genauso wichtig (vielleicht noch wichtiger) wie die Ausbildung der Hunde ist die Ausbildung der Hundeführer.
Besonders in diesem Punkt unterscheiden wir uns häufig von anderen Hundesportvereinen. Wir sind der Meinung, dass es nichts nützt, wenn dem Hund alle möglichen Dinge durch Ausbildungswart und Schutzdiensthelfer beigebracht werden, der Hundeführer dies aber nicht versteht und selbst nicht ausbilden und/oder führen kann.

Es werden weite Fahrten unternommen, um bei selbsternannten oder tatsächlichen “Superhelfern” und “Superausbildern” alles aus den Hunden herauskitzeln zu lassen. Manche versuchen sogar, Veranlagung u./o. Verhalten zu fördern oder herbeizuzaubern, die oder das bei dem einen oder anderen Hund wenig oder gar nicht vorhanden ist. Da denken wir z.B. an die Wehrarbeit, die mancher Hund überhaupt nicht versteht oder auf diese überzogen und helferabhängig reagiert. Anschließend sind die Hunde durch “Otto Normalverbraucher” nicht mehr zu führen.

Darum wird bei uns sehr großer Wert auch auf die Ausbildung der Hundeführer gelegt.

Gegenüber unserer Ausbildung (vormals Schutzhundeausbildung) allgemein ist die Öffentlichkeit häufig negativ eingestellt.
Nicht nur unsere Hunde, sondern auch die Art und Weise der Ausbildung werden äußerst kritisch beäugt. Es liegt an uns Hundesportlern selbst, wie wir uns “verkaufen”. Deshalb ist es wichtig, dass unsere Ausbildung jederzeit unbedarfte Zuschauer vertragen kann.

Wir müssen also den Hund artgerecht ausbilden mit der arteigenen Autorität.
Mit dieser Autorität lebt er im Rudel auch völlig problemlos.

Wir sollten nicht versuchen, den Hund zu vermenschlichen, denn dann fühlt er sich nicht mehr wohl.

Er will Hund sein und das bedeutet, dass man ihm von Anfang an aufzeigen muss, “ was schwarz und was weiß ist “.
So regeln es die Hündin mit ihren Welpen und der Rudelführer mit den Rudelmitgliedern.

Das ist artgerecht!

Dass wir Menschen immer Rudelführer sein sollten, versteht sich von selbst.

Ein artgerechtes Hilfsmittel, um den Hund unmissverständlich spüren zu lassen, was man von ihm will, ist das Ausbildungshalsband. Frühere Ausdrücke hierfür waren Stachel- oder Krallenhalsband.

Rudelführer und Hündinnen bei den Welpen setzen ihre Zähne ein.
Wir Menschen bedienen uns des Ausbildungshalsbandes, das die gleiche Wirkung hat wie die Zähne und aus diesem Grund auch besonders artgerecht ist, wenn es sachlich, dem Alter und der Führerhärte des Hundes entsprechend eingesetzt wird.

Schläge, auch nicht mit der vielgepriesenen zusammengerollten Zeitung, kann es in einer artgerechten Ausbildung nicht geben. Auch das oft gehörte Geschimpfe und Gekreische der HundeführerInnen hat mit artgerechter Ausbildung nichts zu tun.

Ein Wort noch über das Teletaktgerät / Reizstromhalsband:

Beim SSV Rhede ist der Einsatz von Geräten / Halsbändern, die durch direkte Stromeinwirkung das Verhalten eines Hundes bestimmen sollen, auf der Platzanlage verboten.

Hundeführer/Innen des Vereins werden über die Bestimmungen des Tierschutzgesetzes auf dem Laufenden gehalten.

Wer all diese Dinge beachtet, kann davon ausgehen, dass er seinen Hund artgerecht ausbildet und sich selbst auch weiterbildet.

So ausgeübt kann der Hundesport ein äußerst angenehmes und entspannendes Hobby sein.

Wer weitere Fragen hat, kann sich über unseren Vorsitzenden direkt an unsere Ausbildungswarte wenden.

 

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